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17.11.2020

Wenn der Bauch zwickt – Reizdarm oder mehr?

Unser Patientenforum zum Thema Reizdarm, das am 18. November stattfinden sollte, musste leider - ebenso wie die vorhergehenden und in diesem Jahr noch folgenden Informationsveranstaltung - angesichts der Corona-Pandemie abgesagt werden.

Wir haben stattdessen den gastroenterologischen Chefarzt am Krankenhaus Bad Soden, Professor Dr. Clemens Jaeger, gebeten, einige wichtige Fragen zum Thema Reizdarmsyndrom oder nicht zu beantworten.

• Ist „Reizdarm“ eine Krankheitsdiagnose?

„Reizdarm“ ist immer eine sogenannte Ausschlussdiagnose. Man muss immer zuerst prüfen, ob nicht eine andere Erkrankung wie z.B. Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Sprue, Bauchspeicheldrüsenschwäche, Darmentzündung etc. vorliegt. Erst wenn eine sorgfältige Abklärung der ja meist unspezifischen Beschwerden ohne Ergebnis verlaufen ist, stellt man die Arbeitsdiagnose „Reizdarmsyndrom“, die im Verlauf auch immer wieder kritisch hinterfragt werden muss damit nichts anderes übersehen wird.

Warum haben so viele Frauen Symptome, die als „Reizdarm“ bezeichnet werden?

Das weiß man leider nicht so genau. Vermutet werden spezifische Einflüsse der weiblichen Geschlechtshormone auf den Darm, eine Forschergruppe aus Stockholm hat auch Genorte gefunden, die für die höhere Anfälligkeit von Frauen für die Symptome des „Reizdarmsyndrom“ verantwortlich sein sollen. Für die Diagnostik und Behandlung hat das aber derzeit auch keine Bedeutung.

• Können sich hinter den typischen Beschwerden auch andere Krankheiten verbergen?

Ja und das gilt es immer zu beachten! Wenn also Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen, Stuhlveränderungen mit Durchfall u/o Verstopfung auftreten, darf nicht einfach sofort ein „Reizdarm“ angenommen werden, sondern es muss zunächst weitere Diagnostik erfolgen. Wenn dann am Ende, nach Ausschluss anderer Ursachen, der begründete Verdacht auf ein „Reizdarmsyndrom“ Bestand hat, kann auch guten Gewissens eine symptomatische Therapie eingeleitet werden. Hier haben wir einige gut wirksame „Pfeile im Köcher“!

• Wie klärt man am besten ab, dass es sich nicht um eine schwerwiegende Darmerkrankungen handelt

Wenn die genannten Beschwerden auftreten, sollte der Hausarzt* aufgesucht werden, der dann die weiteren Untersuchungen veranlassen wird. Hierbei sind dann neben Blut- und Stuhluntersuchungen auch häufig Atemtests, Ultraschall und ggf. auch Spiegelungen (Endoskopien) erforderlich.

Kontakt + Auskunft

Unsere Telefonzentralen erreichen Sie unter
Bad Soden: 06196/656
Hofheim: 06192/983

 
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