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17.09.2020

Waldemar Reka, Nicole Heise und Corina Bindschädel-Blum

Eine offene Fehlerkultur hilft, Krankenhäuser noch sicherer zu machen. Denn nur wer über Fehler und Risiken spricht, kann Verbesserungspotenzial identifizieren und Lösungen finden. Das gilt in der Verwaltung, aber vor allem auch in der Patientenversorgung. „Nur wenn es ein Bewusstsein für die Risiken im Krankenhaus und das eigene Handeln gibt. Nur wenn alle in unserem Verbund Arbeitenden kompetent mit eigenen Fehlern und denen anderer umgehen können. Nur wenn wir Fehlerursachen analysieren, bewerten und Verbesserungsmaßnahmen einleiten. Erst dann haben wir eine umfassende Lernkultur erreicht, die die Patient:innen schützt und ihren Aufenthalt bei uns sicher macht“, dieses Credo haben sich Corina Bindschädel-Blum, ihr Kollege am Klinikum Frankfurt Höchst, Waldemar Repka, und Nicole Heise von den Kliniken des Main-Taunus-Kreises auf die Fahne geschrieben. Was sie verbindet? Sie sind die Patientensicherheitsbeauftragten in unserem Verbund.

Das Land Hessen nimmt in Sachen Patientensicherheit eine bundesweite Vorreiterrolle ein. Seit Herbst 2019 müssen hessische Krankenhäuser einen Patientensicherheitsbeauftragten haben. Die Klinikleitung der Kliniken Frankfurt-Main-Taunus hat diese Verpflichtung gerne angenommen. Seitdem entwickeln die drei Patientensicherheitsbeauftragten die Sicherheitskultur an den Verbundkrankenhäusern kontinuierlich weiter. Die Aufgaben und Maßnahmen sind dabei vielfältig: „Es gibt bereits wirksame Maßnahmen, die in unseren Krankenhäusern fest etabliert sind, wie z. B. standardisierte Check-Listen (z. B. das Team-Time-Out), Patientenarmbänder, die Durchführung von regelmäßigen Risikoaudits, sogenannte M&M-Konferenzen, in denen besondere Behandlungsverläufe aufgearbeitet werden, aber auch Maßnahmen zur Sturzprävention, Antibiotic Stewardship, Arzneimitteltherapiesicherheit und, und, und“, erläutert Nicole Heise.

Dennoch gibt es weiterhin viel zu tun. „Patientensicherheit ist wohl eines der größten Themen im Krankenhaus und sie beginnt eigentlich schon, wenn der Patient das Krankenhausgelände betritt. Sie muss beständig neu gedacht und entwickelt werden“, ergänzt Bindschädel-Blum. Alle drei unterstreichen, dass Kommunikation eine ihrer Hauptaufgaben ist. „Es ist wichtig, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – gerade auch die Führungskräfte – für das Thema Patientensicherheit zu sensibilisieren. Dafür setzen wir viel auf Gespräche und Nachfragen. Gerade wenn es um das Herausfil-ern von (Beinahe)Fehlern geht. Es geht dabei nicht darum, herauszufinden, wer einen Fehler gemacht hat, sondern wie er künftig verhindert werden kann,“ so Waldemar Repka, der seit diesem Jahr stellvertretender Patientensicherheitsbeauftragter am Klinikum Frankfurt-Höchst ist. Möglich ist das Anzeigen von (Beinahe)Ereignissen auf mehreren Wegen. Entweder durch ein Telefonat mit den Patientensicherheitsbeauftragten, aber auch über die mittlerweile gut etablierten Meldesysteme. Zum Start noch eher als Kummerkasten genutzt etablieren auch sie laut der drei Patientensi-herheitsbeauftragten immer mehr zu wichtigen Tools, um Risiken auszuschließen und Fehler zu beheben – sanktionsfrei und verbesserungsorientiert.

Auch voreinander machen die drei nicht halt: „Erst kürzlich haben wir uns gegenseitig auditiert. Das war sehr aufschlussreich für alle von uns. Jeder hat von dem anderen etwas gelernt und hat wichtige Verbesserungsimpulse für den eigenen Standort erhalten. Ich denke, wir alle profitieren von der standortübergreifenden Zusammenarbeit“, so Heise.
Einen weiteren wichtigen Schritt zu noch mehr Sicherheit sehen die Patientenbeauftragten darin, nicht nur Kolleg:innen für den guten Umgang mit Fehlern fit zu machen, sondern auch Pati-ent:innen diesbezüglich zu stärken. So sollen die Patient:innen erkennen, dass es durchaus in Ordnung ist, Krankenhausmitarbeiter:innen aktiv darauf anzusprechen, wenn diese sie z. B. mit einem falschen Namen ansprechen. „Irren ist eben menschlich“ und natürlich macht wie immer der Ton der Frage die Musik.

Sowohl das Klinikum Frankfurt Höchst, als auch die Kliniken des Main-Taunus-Kreises sind Mitglied im Aktionsbündnis Patientensicherheit.

Zu den Personen:
Corina Bindschädel-Blum i st die Patientensicherheitsbeauftragte des Klinikums Frankfurt Höchst und dort bereits seit 18 Jahren tätig. Die examinierte Fachkinderkrankenschwester mit Intensivweiterbildung leitete als Kursleiterin zunächst die Fachweiterbildung auf der pädiatrischen Intensivstation. Anschließend wechselte sie in die Abteilung für innerbetriebliche Fortbildung, bis diese 2016 in das Qualitätsmanagement umgewandelt wurde und Corina Bindschädel-Blum sich zur Qualitätsmanagement-Fachkraft weiterbildete. 2019 schloss sie zudem die Weiterbildung zur klinischen Risikomanagerin ab.

Ihr Pendant an den Kliniken des Main-Taunus-Kreises ist Nicole Heise - ebenfalls examinierte Ge-sundheits- und Krankenpflegerin (seit 1997) mit langjähriger Erfahrung im Intensivbereich und Wissensdrang. Viele Jahre bildete sie sich neben der Arbeit zum Bachelor in Krankenhausökonomie, zur Betriebswirtin und zum Master of Science in Wirtschaftspsychologie. On Top kam letztendlich die Ausbildung im Qualitätsmanagement und zur klinischen Risikomanagerin. Seit 2012 arbeitet sie in der Abteilung Qualitätsmanagement der Kliniken des Main-Taunus-Kreises, für die sie bereits seit ihrer Krankenpflegeausbildung 1997 tätig ist.

Der Neueste im Bunde ist Waldemar Repka, der der stellvertretende Patientensicherheitsbeauftragte des Klinikums Frankfurt Höchst ist. Im Gegensatz zu seinen Kolleginnen hat er keinen pflegerischen, sondern einen betriebswirtschaftlichen Background. Krankenhaus kann er dennoch. Nach seinem Betriebswirtschaftsstudium mit Schwerpunkt Personal an der THM Gießen, startete er an den Lahn-Dill-Kliniken zunächst in der Personalabteilung. 2019 wechselte er an das Klinikum Frankfurt Höchst. Den Personalerjob hat er gerne gegen die Aufgaben im Qualitätsmanagement eingetauscht. „Mir gefällt vor allem, dass ich im QM vielmehr in das Tagesgeschäft im Krankenhaus ein-gebunden bin und mich mit den Kolleginnen und Kollegen auf Station austausche.“



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