Gesichtsnerv-Lähmung

Gesichtslähmung, Fazialisparese, Bell’sche Parese

Die Lähmung des Gesichtsnervs ist eine schwere Erkrankung mit sowohl funktioneller als auch ästhetischer Bedeutung für den Betroffenen. Ursachen von Gesichtsnervenlähmung sind vielfältig: Die idiopathische Lähmung (Bell’sche Parese), kann nach der Entfernung von Tumoren auftreten (akusticus Neurinome und Schwannome, Parotistumoren). Sie kann aber auch Folge eines Unfalls sein.

Die Behandlungsstrategien bei einer Fazialisparese hängen von der Ursache der Läsion, der Schwere und Höhe der Läsion und der Latenzzeit zwischen Läsions- und Behandlungszeitpunkt ab.
Eine chirurgische Behandlung zur primären Wiederherstellung des Nervs sollte so schnell wie möglich nach der Nervendurchtrennung/Läsionierung durchgeführt werden.
Wenn bei der vollständigen Resektion eines Parotistumors beide Nervenenden gefunden wurden, werden diese elektroneurographisch geprüft, mit Schnellschnittverfahren auf Tumorzellen geprüft und mit Hilfe von Nerventransplantaten gleich rekonstruiert.


Ergebnisse nach einer sofortigen Nervenrekonstruktion sind immer besser, als bei verzögerter Rekonstruktion.

Wenn ein proximaler Nervenstumpf nicht mehr zu finden ist, bzw. qualitativ sehr schlecht ist, führen wir Nerventransfers von anderen, anatomisch benachbarten motorischen Nerven (z.B dem Zungen- oder Halsnerv) durch, um die statische und dynamische Symmetrie des Gesichtes wiederherzustellen.


Beispiel einer Nervtransfer-Operation zur Wiederherstellung der Funktion des Gesichtsnervs

Langbestehende Gesichtslähmung

Bei seit mehreren Jahren bestehender Facialisparese kommen sekundäre Reanimationsstrategien in Frage. Dabei werden statische (Fasziensuspensionsplastik, Zügelplastik, Goldgewichtimplantation etc.) sowie dynamische Verfahren (lokaler sowie frei funktioneller Muskeltransfer) zur Behandlung eingesetzt.


Beispiel einer Reanimation der mimischen Funktion nach langbestehender Gesichtslähmung. Diese Operation kann auch viele Jahren nach Entstehung der Gesichtslähmung noch durchgeführt werden.

Die Wahl der Methode hängt von Alter, Allgemeinzustand sowie Compliance des Patienten ab. Bei einem jungen, gesunden Patienten mit langbestehender Gesichtslähmung wird beispielweise eine mikroneurovaskuläre Reanimation des Gesichts bevorzugt. Bei älteren Patienten können hingegen lokale Muskeltransferoperationen bessere Ergebnisse erzielen.
Wie auch bei anderen Nervenläsionen sollte jeder Fall einzeln evaluiert und eine individuelle Behandlungsstrategie in Abstimmung mit dem Patienten festgelegt werden.
Wir beraten Sie gerne persönlich!

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