Gallenblasentumore

Tumoren der Gallenblase

Gutartige Tumoren der Gallenblase sind selten. Feingeweblich kann es sich dabei um Polypen, Adenome, Papillome , Fibrome oder Leiomyome handeln. Viel häufiger sind bösartige Gallenblasentumore (Gallenblasenkarzinom). Diese stehen an der 5. Stelle in der Häufigkeit der Tumoren im Magendarmtrakt und machen 3% aller bösartigen Geschwülste aus. Frauen sind häufiger betroffen.

Symptome und Beschwerden bei Tumoren der Gallenblase


Es gibt kein typisches Frühsymptom, das für das Vorliegen eines Tumors im Bereich der Gallenblase spricht. Häufig wird die Diagnose zufällig gestellt, z.B. im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung aus anderem Grunde oder nach einer operativen Gallenblasenentfernung bei beschwerdeverursachendem Gallensteinleiden, wenn der Pathologe im Präparat plötzlich einen bösartigen Tumor feststellt. Gallenblasentumore, die Beschwerden verursachen (Oberbauchschmerzen, Gewichtsabnahme, Gelbsucht, Durchfall) ,sind leider häufig bereits in einem fortgeschrittenen Stadium, in dem eine operative Therapie oft nicht mehr möglich ist.

Komplikationen durch Gallenblasentumore


Gutartige Tumore (Polypen) sind Vorstufen eines bösartigen Tumors, sie können im Laufe der Zeit entarten und sich hin zu einem bösartigen Tumor entwickeln. Bösartige Tumore können Tochtergeschwülste (Metastasen ) bilden. Gallenblasentumore können auf den Hauptgallengang hin wachsen, wodurch dieser verlegt wird. Es entwickelt sich ein Aufstau der Gallenwege mit nachfolgender Gelbsucht.

Untersuchungen bei Tumoren der Gallenblase


- Körperliche Untersuchung
- Erhebung der Krankengeschichte
- Blutentnahme (Entzündungswerte, Leberwerte, Gallenfarbstoffe)
- Ultraschall (Sonographie)
- Computertomographie (CT)

Therapie / Behandlungsmethoden


Gutartige Gallenblasentumore mit einem Durchmesser von weniger als 1 cm haben ein sehr geringes Entartungsrisiko und können zunächst beobachtet werden. Dies erfordert jedoch eine regelmässige (z.B. alle 6 Monate) Kontrolle mittels Ultraschalluntersuchung. Gallenblasentumoren, die grösser als 1 cm sind oder die ein Grössenwachstum zeigen, müssen operiert werden.

Bei bösartigen Tumoren der Gallenblase kann nur durch eine Operation eine Heilung erreicht werden. Die operative Therapie besteht in der Entfernung der Gallenblase, des Gallenblasenbettes (Leberresektion) und des Lymphgewebes im Bereich des Gallenganges.

Bei fortgeschrittenen Tumoren ist häufig eine vollständige chirurgische Entfernung des Tumors nicht mehr möglich. In diesen Fällen kann eine Teilresektion des Tumors durchgeführt werden. Um eine Abflußstörung der Galle zu verhindern oder eine Beeinträchtigung des Galleabflusses zu beseitigen, kann eine Verbindung zwischen Hauptgallengang und einer Dünndarmschlinge hergestellt werden. Patienten mit einem fortgeschrittenen Gallenblasentumor, die aufgrund des schlechten Allgemeinzustandes (hohes Alter, schwere Herz- oder Lungenerkrankungen) nicht operiert werden können, können alternativ beim Auftreten einer Gelbsucht endoskopisch behandelt werden. Dabei wird endoskopisch (ERCP) ein kleines Röhrchen (Endoprothese, Stent) in den verschlossenen Hauptgallengang eingeführt. Der Abfluss der Gallenflüssigkeit kann auf diese Weise für einen längeren Zeitraum gesichert werden. Alternativ kann die Galle auch nach außen abgeleitet werden. Die drei letzten Maßnahmen dienen dabei allein der Linderung von Symptomen, eine Heilung kann nicht mehr erreicht werden.


Nachsorge und Prognose


Das Gallenblasenkarzinom kann nur im Frühstadium geheilt werden (Chirurgie). Bei fortgeschrittenen Gallenblasenkarzinomen ist die Lebenserwartung gering.

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