Gallengangssteine

Gallengangssteine (Choledocholithiasis)

Gallengangssteine stammen nahezu immer aus der Gallenblase, sie gelangen über einen kleinen Verbindungsgang aus der Gallenblase in den Gallengang. Eine Gallensteinbildung in den Gallenwegen ist selten. Sie tritt insbesondere bei Abflussstörungen der Galle, bei Infektionen der Gallenwege oder beim Vorhandensein von Fremdkörpern in den Gallenwegen auf. Klinisch äußern sich Gallengangssteine durch kolikartige rechtsseitige Oberbauchschmerzen, Gelbsucht, helle Stühle und eine Dunkelfärbung des Urins.

Komplikationen durch Gallengangssteine

Die im Gallengang liegenden Gallensteine können einen vollständigen Verschluss der Gallenwege verursachen. Die Folge sind Gallekoliken, eine Gelbsucht und Entzündungen der Gallenwege (Cholangitis : Fieber, Schüttelfrost). Der Hauptgallengang und der Bauchspeicheldrüsengang vereinigen sich zu einem gemeinsamen kurzen Gang, welcher bei der Papilla vateri in den Zwölffingerdarm mündet. Gallensteine, die in diesem Bereich steckenbleiben, behindern sowohl den Abfluss der Gallenflüssigkeit (Ikterus) als auch den Abfluss der Bauchspeicheldrüsenflüssigkeit. Dies kann zu einer Bauchspeicheldrüsenentzündung führen (Pankreatitis). Eine Pankreatitis stellt eine schwere, in manchen Fällen sogar lebensbedrohliche, Erkrankung dar. Eine chronische (d.h. über Jahre andauernde) Stauung oder Entzündung der kleinen Gallengänge innerhalb der Leber kann zu einer Schädigung der Leberzellen führen. Das normale Lebergewebe geht zugrunde und wird durch narbiges Bindegewebe ersetzt (biliäre Zirrhose). Weitere mögliche Komplikationen sind ein Durchbruch der Gallengangswand (Perforation) sowie Eiteransammlungen im Lebergewebe (Leberabszess).

Untersuchungen beim Vorliegen von Gallengangsteinen

- Körperliche Untersuchung
- Erhebung der Krankengeschichte (Befragen des Patienten)
- Blutentnahme (Entzündungswerte, Leberwerte, Gallenfarbstoffe)
- Ultraschall (nur etwa die Hälfte aller Gallensteine sind im Ultraschall nachweisbar)
- Endosonographie
- MRCP: Gallengangsteine können in fast 100% und Gallengangsverengungen in 90% der Fälle diagnostiziert werden. Eine direkte Therapiemöglichkeit besteht jedoch nicht.
- Computertomographie (CT): Die CT Untersuchung ist wichtig zum Ausschluss eines Tumorleidens und zur Beurteilung einer allfälligen durch Gallensteine verursachten Bauchspeicheldrüsenentzündung.
Diagnose und Therapie der Gallengangssteine ist in unserer Klinik eine Domäne der Gastroenterologie (Med. Klinik II; Chefarzt: Prof. Dr. C. Jäger), und wird hier mit höchster Expertise realisiert.

Therapie / Behandlungsmethoden

ERCP: Die ERCP erlaubt nicht nur eine sichere Diagnosestellung sondern ermöglicht eine gleichzeitige Therapie, d.h. endoskopische Steinentfernung. Häufig muss die Mündungsstelle des Hauptgallengangs (Papilla vateri) in den Zwölffingerdarm instrumentell erweitert werden (Papillotomie). Grosse Gallengangsteine können zusätzlich mechanisch zertrümmert werden.
Nach erfolgreicher Entfernung der Gallengangssteine muß in der Regel immer eine Entfernung der Gallenblase erfolgen, da diese ursächlich für die Entstehung der Gallengangssteine ist. Dies kann in über 95 % der Fälle laparoskopisch (Schlüssellochtechnik) erfolgen. In seltenen Fällen läßt sich de Gallengang nicht endoaskopisch von den Steinen sanieren. Dann muß dies durch eine meist offen durchgeführte Operation erfolgen.

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