Erkrankungen des Magens

Auf dem Gebiet der Magenchirurgie besteht in unserer Klinik hinsichtlich der Diagnostik eine enge Zusammenarbeit mit der Medizinischen Klinik II (Gastroenterologie), wo neben allen endoskopischen Untersuchungen und Eingriffen auch alle Funktionsuntersuchungen durchgeführt werden können.

Der Magen ist ein muskuläres Hohlorgan mit einem Fassungsvermögen von etwa 1,5 Litern. Er nimmt den Speisebrei nach Passage durch die Speiseröhre auf. Hier wird er mechanisch zerkleinert und mit der dort gebildeten Salzsäure vermischt. Dadurch wird die Nahrung aufgespalten und später üb erden Magenpförtner in den Zwölffingerdarm abgegeben.

Magenerkrankungen machen sich durch Bauchschmerzen, Brennen oder Druckgefühl im Oberbauch bemerkbar. Als Ursache kommen Magenschleimhautentzündungen (häufig), Magengeschwüre (seltener) , oder auch Magenkrebs (selten) in Frage.
Wenn Magenbeschwerden nach anfänglicher medikamentöser Behandlung nicht weggehen, sollten Sie einen Spezialisten aufsuchen und in jedem Fall eine Magenspiegelung durchführen lassen. Man kann bei der Magenspiegelung eine Entzündung der Schleimhaut feststellen, Proben entnehmen und das Vorliegen eines Krebses (Karzinom) ausschliessen.

Magenschleimhautentzündung

Diese wird in der Regel durch Ihren Hausarzt behandelt und heilt meist mit Medikamenten folgenlos aus.

Magengeschwür

Magengeschwüre lassen sich heutzutage in der Regel mit Medikamenten ausreichend und kausal behandeln. Geschwüre im Magen, häufiger im Zwölffingerdarm, werden meist durch Besiedlung des Magens mit einem speziellen Keim, dem Helicobacter pylori, verursacht. Dieser Keim kann durch Antibiotikagabe bekämpft werden - verschwindet er, heilen auch die Geschwüre ab.
Eine chirurgische Behandlung ist meist nur bei Komplikationen des Magengeschwürs erforderlich. Dazu zählen die Perforation (Durchbruch) des Magengeschwürs oder die endoskopisch nicht beherrschbare Magenblutung. Entfernungen von grösseren Anteilen des Magens sind in diesen Fällen jedoch kaum je notwendig. Eine Magenperforation kann häufig auch laparoskopisch in Schlüssellochtechnik operiert werden.

Gutartige Tumore des Magens

Gutartige Tumore werden in der Regel über eine Operation entfernt. Diese kann oft in Schlüsselloch-Technik, also mit kleinen Einschnitten, wenig belastend für den Patienten, erfolgen. Wenn es die Situation erfordert und ermöglicht, werden diese Operationen als Rendevous-Verfahren mit gleichzeitiger Magenspiegelung durchgeführt.

Magenkrebs

Die Häufigkeit des Magenkrebs nimmt zwar insgesamt ab, gleichzeitig hat aber in den letzten Jahren die Häufigkeit von bösartigen Tumoren im Bereich des Überganges zwischen Speiseröhre und Mageneingang deutlich zugenommen.

Die wichtigtse Untersuchung zum Nachweis eines Tumors ist die Endoskopie, dabei kann gleichzeitig eine Gewebeprobe entnommen werden, um den Tumor zu sichern. Wenn ein Magenkarzinom diagnostiziert wurde, ist es sehr wichtig, die Tumorgrösse und -ausdehnung festzustellen sowie die Frage zu klären, ob bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) vorliegen. Die wichtigsten Untersuchungen, um diese Frage zu klären, sind die Computertomographie des Bauchrauemes und die Endosonographie.
Nach Vorliegen dieser Befunde wird im Rahmen der Tumorkonferenz festgelegt, ob der Patient eine Vorbehandlung (Chemotherapie) benötigt, oder ob der Tumor ohne Vorbehandlung entfernt werden sollte. Die Vorbehandlung dient der Verkleinerung ("Schrumpfung") des Tumors - dies kann bei bestimmten Patienten zu besseren Langzeitergebnissen führen. Die Entscheidung richtet sich dabei nach genauen wissenschaftlich fundierten Leitlinien, so dass für den individuellen Patienten stets die bestmögliche Therapie vorgeschlagen wird.

Bei Magenkrebs wird je nach Tumortyp und Lage des Tumors im Magen entweder der gesamte oder der grösste Teil des Magens entfernt. Diese Operation ("Gastrektomie") wird an unserer Klinik häufig durchgeführt. Wichtig ist die systematische Entfernung der umgebenden Gewebe zusammen mit den möglicherweise beteiligten Lymphknoten. Nur so kann letztlich eine genaue Tumorstadienklassifikation erfolgen.

Wenn der Krebs komplett entfernt werden kann, sind die Aussichten für den Patienten in der Regel gut. In vielen Fällen kann eine langfristige Heilung erreicht werden.

Auch ohne Magen kann eine gute Lebensqualität erreicht werden. In der Anfangsphase kommt es meist zu einem geringen Gewichtsverlust von bis zu 10% des Körpergewichtes. Daher muß anfangs die Nahrung vorsichtiger eingenommen werden und insbesondere auf mehrere Mahlzeiten verteilt werden, um die gleiche Kalorienmenge aufzunehmen. Außerdem sollten bestimmte Speisen gemieden werden. Der Magen wird bei der Operation durch Dünndarm ersetzt, wobei verschiedenen Techniken zur Anwendung kommen können. Aus Dünndarmanteilen kann beim Vorliegen bestimmter Voraussetzungen gegebenenfalls ein Ersatzmagen gebildet werden, um die Reservoirfunktion des fehlenden Magens nachzubilden. Dadurch kann das Fassungsvermögen vergrössert und die Lebensqualität gesteigert werden kann.


Teilentfernung des Magens nach Billroth II
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