Gefäße des Bauchraumes

Viszeralarterien

Im Bauchraum gibt es drei wichtige Arterien, über die die Blutversorgung der Bauchorgane mit sauerstoffreichem Blut realisiert wird:  

  • Truncus coeliacus (Versorgt: Magen, Bauchspeicheldrüse, Milz, Leber)
  • A. mesenterica superior (Versorgt: gesamten Dünndarm, große Teile des Dickdarms)
  • A. mesenterica inf. (Versorgt Sigma, Teile des Enddarms)

Diese 3 Arterien haben untereinander zahlreiche Verbindungen. Dadurch kann ein Verschluss eines dieser Gefäße, vor allem, wenn dieser langsam eintritt (chronischer Verlauf), gut kompensiert werden. Akute Verschlüsse, insbesondere wenn sie die A. mesenterica sup. betreffen, können jedoch zu lebensbedrohlichen Situationen führen, die oft zum Tode führen.

Wie an allen anderen Gefäßen können sich auch an den Viszeralarterien Verschlußprozesse, Entzündungen oder Aneurysmen (Aussackungen) entwicklen. Derartige Erkrankungen können im Versorgungsgebiet der Viszeralarterien sehr schwerwiegende Folgen haben.

Akuter Verschluss

Ein akuter Gefäßverschluß durch Verschleppung von Gerinnseln aus dem dem linken Herzen können selten auch in die Viszeralarterien abschwemmen, fast immer ist die A. mesenterica superior betroffen. Dies ist durch deren steilen Abgang aus der Bauchschlagader bedingt. Durch den akuten Verschluß kommt es zu einer schweren Durchblutungsstörung des gesamten Dünndarms, in dessen Folge dieser abstirbt, der Patient ist nicht mehr zu retten. Nur wenn der Verschluß rechtzeitig erkannt und sofort operiert wird, hat der Patient eine Chance, die Erkrankung zu überleben.

Typisch ist der sehr starke Bauchschmerz. Patienten haben häufig Herzrhythmusstörungen als Ursache des Verschlusses. Wichtig ist, bei der Untersuchung an einen Mesenterialinfarkt zu denken. Die entscheidende und schnellste Untersuchungsmethode ist die Angio-CT-Untersuchung. Schnelles Handeln ist unabdingbar, da mit jeder Stunde Verzögerung die Überlebenswahrscheinlichkeit des Patienten sinkt. 

Therapie:
Bei der Operation wird das Gerinnsel mit einem speziellen Katheter aus der A. mesenterica sup. entfernt. Die Darstellung des Gefäßes und die Embolektomie sind aber ungleich schwieriger als bei Gefäßen der Beine oder Arme. Daher kann diese Erkrankung nur vom erfahrenen Viszeral- und Gefäßchirurgen erfolgreich therapiert werden.  Gelingt die OP nicht vor dem Absterben des Darmes, besteht keine Chance auf Rettung.

Chronischer Mesenterialarterienverschluss

Langsam sich entwickelnde Verengungen und Verschlüsse vor allem des truncus coeliacus und der a. mesenterica superior können zu einer Mangeldurchblutung des Darmes führen. Es entstehen Schmerzen insbesondere nach dem Essen, wenn zur Verdauung maximal viel Blut im Darm benötigt wird. Die Schmerzen können so stark sein, dass Patienten die Nahrungsaufnahme auf ein Minimum beschränken und daher teilweise sehr viel Gewicht verlieren.
Die Diagnose wird durch eine Mesenterialarterienangiographie mit einer Darstellung in zwei Ebenen oder einer Angio-CT gesichert. Hier lassen sich Verschlussprozesse in der A. mesenterica und des truncus coeliacus gut dokumentieren.
 
Therapie
Bei kurzstreckigen Verengungen oder kurzen Verschlüssen wird durch eine kathetergestützte Aufdehnung (PTA) gegebenenfalls mit Implantation eines Metallröhrchens (Stent) das Gefäß rekanalisiert.
Ist der Veschluß länger oder gelingt die Kathetermaßnahme nicht, muß durch eine Operation die Durchblutung verbessert werden. Diese ist aber nur dann indiziert, wenn wirklich ernst zu nehmende Symptome vorliegen. Dabei wird ein Bypass zwischen Hauptschlagader und a. mesenterica supereior bzw. truncus coeliacus implantiert. Dabei kann sowohl eine Kunststoffprothese als auch körpereigene Vene verwendet werden. Diese Therapie sollte nur von einem in dieser Behandlung erfahrenen Gefäßchirurgen durchgeführt werden, da diese Eingriffe wegen der Seltenheit der Erkrankung selten durchgeführt werden.

Aneurysmen der Viszeralarterien

Aneurysmen der Viszeralarterien sind Raritäten. Am häufigsten ist das Aneurysma der Milzarterie, einem Ast des Truncus coeliacus. Wegen der potentiellen Rupturgefahr besteht ab einem Durchmesser von 2 cm die Operationsindikation. Therapeutisch kann entweder ein umhüllter (gecoverter) Stent zur Ausschaltung eingelegt werden oder es muß operativ durch Einsetzen eines Interponates ausgeschaltet werden. Auch an der Leberarterie (A. hepatica) können Aneurysmen entstehen. Die Therapie kann nur durch ein Interponat oder die Transposition der Milzarterie erfolgen.

Kontakt + Auskunft

Unsere Telefonzentrale erreichen Sie unter
06196/656

 
Schriftgröße einstellennormalvergroessern Kontrast erhöhenKontrast erhoehen Kontrast verringernKontrast verringern