Wodurch entsteht eine Hernie?

Was ist ein Bruch (= Hernie)

Bei einem Bruch handelt es sich um eine krankhafte Lücke im Bereich der Bauchwand, durch die das Bauchfell und Bauchorgane nach außen gleiten können, wobei immer die Gefahr einer Einklemmung besteht.


Neuere Studien haben gezeigt, dass eine angeborene Bindegewebsschwäche meistens mitverantwortlich ist für die Entstehung von Leisten- und Bauchwandbrüchen: Die Bausteine des Bindegewebes, sogenannte Kollagenfasern sind bei Leistenbruchpatienten oft schlechter vernetzt als bei Menschen, die nicht unter Brüchen leiden.
Eine Hernie tritt bei einem Mißverhältnis zwischen Druckbelastung und Stabilität der Bauchwand auf, d.h. wenn der Bauchinnendruck im Verhältnis zur Bauchwandfestigkeit zu groß ist. Hernien entstehen immer an den schwächsten Stellen der Bauchwand. Diese kann entweder sofort (angeborener Bruch) oder im weiteren Lebensverlauf mit zunehmender Belastung im Bereich eines bei jedem Menschen vorhandenen Schwachpunktes in der Bauchdecke, dem Leistenkanal, zur Bruchbildung führen, d.h. es kommt entweder direkt durch die Hinterwand (Bruchpforte) des Leistenkanals(direkter oder medialer Bruch) oder durch den inneren Leistenring und dem Leistenkanal folgend (indirekter oder lateraler Bruch) zu einer Ausstülpung des Bauchfelles (Bruchsack) nach außen unter die Haut. In den Bruchsack können Anteile von Bauchorganen (in der Regel Darm, aber auch Harnblase und Bauchnetz) gelangen (Bruchinhalt). Sichtbar wird der Bruch als Vorwölbung in der Leistenregion. Kann die Vorwölbung beim liegenden Patienten wieder in die Bauchhöhle zurückgedrängt werden, spricht man von einem reponierbaren, ansonsten von einem irreponiblen Bruch. Kommt es akut zu einem Verlagern von Darmanteilen in den Bruchsack und lassen sich diese nicht wieder in die Bauchhöhle zurückdrängen, sprechen wir von einer Einklemmung (Inkarzeration). Jede Einklemmung muss umgehend zum Arzt führen. Verursacht die Einklemmung eine akute Durchblutungsstörung des Darmes (Strangulation), besteht absolute Lebensgefahr und es muss sofort operiert werden.


Risikofaktoren für Hernien:
• chronischer Husten/ chronische Lungenkrankheiten
• chronische Verstopfung
• Bauchwasser (z.B. bei Leberzirrhose, Eiweißmangel, Peritonealdialyse)
• Ausgeprägtes Übergewicht
• Maximal für die Bauchwand belastende Tätigkeiten: z.B.: Gewichtheben Schwerstarbeit, Spielen eines Blasinstruments
• Kortisondauertherapie
• Bindegewebsschwäche
• Mangelernährung/ gestörter Eiweißhaushalt
• Fortgeschrittenes Tumorleiden
• Zytostatikatherapie

Symptome eines Leistenbruches

Die Symptome sind sehr unterschiedlich. Viele Patienten beobachten eine Vorwölbung in der Leistenregion, haben jedoch keinerlei Beschwerden. Andere verspüren nur ein Unbehagen oder ein gewisses „Ziehen“ oder „ Drücken“ bei schwerer körperlicher Belastung. Andere haben bereits Schmerzen bei geringfügiger Belastung und fühlen sich erheblich in ihren körperlichen Aktivitäten behindert. Nicht wenige Patienten klagen über Schmerzen, ohne dass eine Vorwölbung sichtbar ist. Von besonderer Bedeutung ist die sogenannte Sportlerleiste, vor allem bei Fußballern. Hier geben die Sportler zum Teil heftigste Schmerzen in der Leiste an, ohne dass eindeutig ein Bruch feststellbar ist, häufig nur ein erweiterter Leistenring (Eingang zum Leistenkanal) mit einem Druckschmerz in diesem Bereich. Wird die Vorwölbung plötzlich hart, macht heftige Schmerzen und ist nicht mehr wegdrückbar (reponierbar), besteht dringlicher Verdacht auf eine Einklemmung.



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