Wochenbettgymnastik

Montags bis freitags von 11.00 bis 11.30 Uhr bieten die Therapeuten des Krankenhauses Bad Soden die Wochenbettgymmnastik in From einer Gruppentherapie an.

Diese Gruppe kann von allen Wöchnerinnen, die spontan und komplikationslos entbunden haben, während ihres Krankenhausaufenthaltes besucht werden.

Mütter, die ihr Baby per Kaiserschnitt geboren haben, werden von den Therapeuten auf dem Zimmer individuell in einer Einzeltherapie betreut.

Was bedeutet der Begriff „Wochenbett“?

„Wochenbett“ bedeutet ursprünglich nach altem Brauch die Zeit, welche die Frau nach der Geburt ihres Kindes im „Kindbett“ oder „Wochenbett“ bleiben sollte. Das Wochenbett beginnt für die Frau nach der Geburt der Plazenta (Nachgeburt oder Mutterkuchen). Nach der Plazentageburt beginnt eine abrupte Umstellung aller schwangerschaftsbedingten Regulationen im Körper der Frau. So gilt als Wochenbett die Zeit nach der Geburt, in der sich bei der Mutter die körperlichen Veränderungen durch die Schwangerschaft und durch die Geburt wieder zurückbilden, so dass die Frau in den nächsten Wochen und Monaten annähernd ihren körperlichen Zustand von vor der Geburt wiedererlangt. Das Wochenbett umfasst etwa einen Zeitraum von 8 bis 12 Wochen nach der Geburt.

Die Phase des frühen Wochenbettes

Diese währt etwa bis zum 10. Tag nach der Geburt. In dieser Phase sollen die Geburtswunden abheilen, die Milchbildung soll in Gang kommen, das Stillen des Kindes soll eine innige Verbindung zwischen Mutter und Kind fördern.

Die Phase des späten Wochenbettes

Diese Phase schließt sich an die Frühwochenbett-phase an. Das Ende des Wochenbetts kann – physiologisch gesehen – mit der Wiederaufnahme der der Funktion der Eierstöcke (Produktion von Östrogenen) gleichgesetzt werden. So ist das Ende des Wochenbetts meist mit 8-12 Wochen nach der Geburt angegeben. Bis jedoch der körperliche Zustand der Frau von vor dem Beginn der Schwangerschaft wieder hergestellt ist, vergehen viele Monate.

Unterstützung der Rückbildungsvorgänge durch Physiotherapie

Nach der Geburt des Kindes ist das Muskelgleichgewicht zwischen Bauch und Beckenboden oft gestört. Durch die schwangerschaftsbedingte Überdehnung der Bauchmuskulatur und die geburtsbedingte Überbeanspruchung der Beckenbodenmuskulatur sind beide Muskelgruppen zunächst funktionsgeschwächt. So kann in den ersten Stunden nach der Geburt des Kindes das bewusste Spannungsgefühl für diese Muskeln erlahmt sein. Manchmal kommt es sogar zur vorübergehenden Schwäche des Blasen- und Darmverschlusses. Die Rückbildungsprozesse im Wochenbett können durch ganzheitliche physiotherapeutische Behandlungs- und Bewegungs-konzepte unterstützt werden. Im Spätwochenbett (ca. 4-6 Wochen nach der Geburt) sollte man sich der Rückbildungsgruppe einer Hebamme oder einer Physiotherapeutin anschließen, um unter qualifizierter Anleitung weitere Übungen zu erlernen.

Ziele der Wochenbettgymnastik

  • Anregen und Verbessern der Herz-Kreislauf-Funktionen mit aktiven und passiven Maßnahmen
  • Genitale Rückbildungsvorgänge mit passiven und aktiven Maßnahmen unterstützen (Abfließen des Wochenflusses, Rückbildung der Gebärmutter)
  • Anregen der Zwerchfelldynamik durch Bewusstmachen und Vertiefen der Bauchatmung
  • Verbesserung der funktionellen Bauchmuskelarbeit für Unter- und Oberbauch
  • Rückanpassung der Körperstatik zur Normalisierung von Haltung und Bewegung
  • Sensibilisierung des Beckenbodens

Kontakt + Auskunft

Unsere Telefonzentrale erreichen Sie unter
06196/656