Gallenblasensteine

Gallenblasensteine und Gallenblasenentzündung

Die Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie) beim symptomatischen Steinleiden (Cholezystolithiasis) gehört zu den häufigsten Operationen in der Chirurgie. In den westlichen Industrienationen haben 15-20 % der Bevölkerung Gallensteine, wobei Frauen 2-3 mal häufiger als Männer betroffen sind. Die Methode der Wahl zur Behandlung des symptomatischen Gallensteinleidens ist die laparoskopische Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie), die sich innerhalb der letzten 20 Jahre als "Gold-Standard" etabliert hat. Heute werden fast 95% Cholezystektomien laparoskopisch durchgeführt. An unserer Klinik werden pro Jahr etwa 350 Patienten mit dieser Methode operiert. Damit zählt unsere Klinik zu den Krankenhäusern in Hessen, die die meisten Eingriffe dieser Art durchführt, entsprechend hoch ist die Erfahrung auf diesem Gebiet.

Anatomie und Funktion der Gallenblase

Die Gallenblase liegt am Unterrand der Leber und ist im nüchternen Zustand etwa 4x10 cm groß mit einem Volumen von bis zu 70-80 ml. Die Gallenblase liegt im Nebenschluß, über den Ductus cysticus (Gallenblasengang) besteht eine Verbindung zum Hauptgallengang. Dieser wiederum mündet an der Papille, einem kleinen Schließmuskel, in den Zwölffingerdarm (Duodenum). Die Gallenblase dient als Speicherort für die in der Leber produzierte Galle (täglich 0,5-1,5 l). Bei Nahrungsaufnahme wird die Gallenblase über eine nervale und hormonelle Stimulation der Gallenblasenmuskulatur entleert. Außerdem fördern Gallensäuren die Fettverdauung.


Abbildung 1: Gallenblase an der Unterseite der Leber.


Entstehung der Gallensteine

Die Entstehung der Gallensteine hat viele Ursachen. Grundsätzlich kann man sagen, dass eine Verschiebung des Lösungsgleichgewichts zwischen den Gallensäuren und den gelösten Substanzen (Calcium, Bilirubin, Cholesterin) vorliegen muß. Eine Verschiebung dieser Balance führt zu Gallensteinen. Dies kann Folge einer Beeinträchtigung der Gallenblasenentleerung oder von Entzündungen der Gallenblase sein.

Steine entstehen fast ausschließlich in der Gallenblase. Risikofaktoren sind eine hochkalorische und fettreiche Kost, Adipositas, Einnahme von Östrogenen (Pille) und zunehmendes Alter.

Symptome

Symptomlose Gallenblasensteine bedürfen keiner Behandlung. Nur bei Patienten, die Beschwerden entwickeln, besteht nach den Leitlinien der Fachgesellschaften eine Indikation zur Operation. Typische allgemeine Beschwerden sind eine Fettunverträglichkeit, Übelkeit, Aufstoßen Völlegefühl, Blähungen und Schweißausbrüche. Charakteristisch sind rechtsseitige Oberbauchschmerzen und Koliken (sehr starke, krampartige Schmerzen im rechten Oberbauch, die bis in die Schulter ausstrahlen können), die besonders nach fettreichen Mahlzeiten auftreten. Koliken treten dann auf, wenn ein Stein die Ausflußöffnung der Gallenblase verstopft und die Gallenblase gegn diesen Widerstand versucht, die Galleflüssigkeit zu entleeren. Gallenblasensteine, die bis in den Hauptgallengang gelangen, können im Bereich der Papille hängen bleiben und zu einer Abflußbehinderung der Galle mit nachfolgender Gelbsucht führen. Außerdem können sie durch einen Verschluß des Bauchspeicheldrüsengangs schweren Bauchspeicheldrüsenentzündungen (Pankreatitis) verursachen. Eine akute Entzündung der Gallenblase führt zu einem Dauerschmerz im rechten Oberbauch, häufig tritt Fieber auf.

Diagnostik

Um den Verdacht auf das Vorliegen von Gallenblasensteinen zu bestätigen, werden folgende Untersuchungen veranlaßt:

• Laboruntersuchung der Leber- und Gallewerte
• Ultraschalluntersuchung von Gallenblase, Gallengängen und Leber

Sind die Beschwerden nicht typisch, sollte zusätzlich vorher eine Magenspiegelung zum Ausschluß eines Magengeschwürs erfolgen. Bei Hinweisen für einen Stein im Gallengang erfolgt eine Endosonographie oder eine Gallengangsdarstellung mittels Magnetresonanzcholangiographie.

Ultraschallbild einer Gallenblase ohne Stein

Ultraschallbild mit einem großen Gallenstein

Therapie

Die einzige dauerhaft Erfolg versprechende Behandlung ist die Operation. Die Empfehlungen der nationalen Leitlinien besagen, dass bei einem Patienten mit Beschwerden auf Grund der Gallensteine die laparoskopische Cholezystektomie erfolgen sollte.

• Laparoskopische Entfernung der Gallenblase

Seit etwa 20 Jahren besteht die Standard-Therapie des symptomatischen Gallensteinleidens sowie der Gallenblasenentzündung in der laparoskopischen Entfernung der Gallenblase. Bei dieser auch als ‚Schlüsselloch-Chirurgie‘ bezeichneten Methode wird die Gallenblase über 3-4 kleine Schnitte unter Kamerasicht mit speziellen Instrumenten freipärariert und über den Nabel entfernt. Die Vorteile der laparoskopischen Methode sind geringere Schmerzen, ein besseres kosmetisches Ergebnis, ein schnellerer Kostaufbau nach der Operation, ein kürzerer Krankenhausaufenthalt, eine schnellere Arbeitsfähigkeit, weniger Narbenhernien und eine bessere postoperative Lebensqualität. Nur bei schwersten Entzündungen oder mehrfachen Voroperation im Oberbauch muß die Operation offen durchgeführt werden.


• Laparoskopische Gallenblasenentfernung über einen einzigen Schnitt am Bauchnabel

Durch eine zunehmende Verkleinerung der Zugangswege in den Bauchraum ist es inzwischen auch möglich, die Gallenblase über einen einzigen Schnitt am Nabel zu entfernen. Dies wird als sogenannte "SILS" (Single Incision Laparoscopic Surgery) oder "Single-Port" Methode bezeichnet. Der Vorteil besteht in einem nochmals verbesserten kosmetischen Ergebnis. Auch diese Methode können wir bei geeigneten Patientinnen und Patienten in unserer Klinik anbieten. Hierbei wird ein Spezialtrokar (Operationshülse) über einen kleinen Schnitt (1,5 - 2 cm) in der Nabelgrube eingeführt. Dieser Trokar verfügt über mehrere Arbeitskanäle, über die dann die Gallenblase in üblicher Weise operiert und entfernt werden kann. Die Narbe ist mit dieser Methode kaum mehr sichtbar.

Zeitungsartikel zur "SILS-Gallenblasen OP" in Bad Soden

• Narbenfreie lap. Gallenblasenentfernung über die Vagina Bei dem Wunsch, eine völlig narbenfrei Operation zu erhalten, kann bei Frauen die Operation auch über die Vagina erfolgen. Der einzige Schnitt am Bauch ist hier ein 5 mm langer Schnitt auf dem Boden der Nabelgrube. Die Gallenblase wird dabei über die Vagina in einem Bergebeutel entfernt, der Zugang wird anschließend durch eine Naht verschlossen.

Zeitpunkt der Operation

Wenn keine akute Entzündung besteht, kann die Operation kann grundsätzlich nach dem Wunsch des Patienten geplant werden. Die akute Entzündung erfordert eine kurzfristige Operation innerhalb von maximal 72 h. Ist ein Stein im Gallengang nachgewiesen, so müssen diese vor der Operation erst endoskopisch im Rahmen einer ERCP entfernt werden.

Komplikationen

Die schwerwiegendste Komplikation ist eine Verletzung der Gallenwege, das Risiko beträgt etwa 0,2%. Das Risiko ist insbesondere bei Patienten mit einer schweren akuten oder chronischen Entzündung der Gallenblase erhöht. Daher muß bei unübersichtlichen Verhältnissen bei der laparoskopischen Operation immer auf das offenen Verfahren umgestiegen werden, um eine Gallengangsverletzung zu vermeiden. Nachblutungen sind sehr selten, Wundheilungsstörungen treten in weniger als 3% der Fälle auf.
In unserer Klinik werden pro Jahr fast 350 Operationen an der Gallenblase durchgeführt, von diesen werden über 95% laparoskopisch beendet. Mit dieser extrem großen Erfahrung und Expertise zählt unsere Klinik in diesem Bereich zu den führenden Kliniken in Hessen. Dies spiegelt sich auch in den verpflichtenden Qualitätsuntersuchungen und der Auszeichnung durch die AOK Hessen wieder.

AOK Qualitätssiegel Gallenblasenchirurgie

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