Krampfadern

Foto: Krampfadern

10 Irrtümer
über Krampfadern
und ihre Behandlung

Zeichnung: Muskeln und Gefäße in der Wade

Irrtum 1:

Krampfadern darf man nicht einfach wegnehmen, wo soll denn jetzt das Blut fließen?!

Hier zunächst ein paar Bemerkungen zur Anatomie, das heißt zum Aufbau des Venensystems, die Ihnen verdeutlichen sollen, welche Venen man braucht und auf welche man verzichten kann.
Man unterscheidet 2 Venenhauptstämme: die V. saphena magna auf der Innenseite des Beines zwischen Innenknöchel und Leiste und die V. saphena parva auf der Rückseite des Unterschenkels zwischen Ferse und Kniekehle.

Ferner unterscheidet man verschiedene Venensysteme:

Ein tiefes Venensystem

zwischen Muskulatur und Knochen gelegen, das 90% des Blutvolumens vom Fuß zum Herzen zurück transportiert und deshalb nicht entfernt werden darf.

Ein oberflächliches Venensystem

zwischen Haut und Muskulatur gelegen, das 10% des Blutvolumens transportiert, und entfernt werden kann, weil das Blut dann über das tiefe System transportiert wird.

Die Perforantes,

venöse Verbindungen zwischen oberflächlichem und tiefem System. Sie sind für die Richtung des Blutflusses von Bedeutung, ihre Transportkapazität ist zu vernachlässigen.

Die Krosse

Die Krosse ist die Einmündungsstelle der oberflächlichen Stammvene in das tiefe System in der Leiste. Sie ist ein Ort des besonderen Interesses in der Behandlung von Krampfadern.

Irrtum 2:

Krampfadern sind verstopfte Venen

Im Mittelpunkt des Krampfaderleidens steht die Venenklappe, die den Rückstrom von Blut durch die Wadenmuskelpumpe in Richtung des Herzens leitet und deren Undichtigkeit einen Rückfluß im oberflächlichen Venennetz und/oder in den tiefen Leitvenen verursacht.

Man kann Krampfadern nach verschiedenen Gesichtspunkten einteilen.

Eine Einteilung leitet sich vom Erscheinungsbild ab: Als Stammvarizen bezeichnet man Krampfadern der großen Stämme, Vena saphena magna und Vena saphena parva,
Seitastvarizen, haben oft keine genaue anatomische Bezeichnung,
retikuläre Varizen betreffen kleine Venenabschnitten, die netzförmig angelegt sind
und Besenreiser schimmern sehr fein bläulich oder rötlich durch die Haut.

Irrtum 3:

Dicke Beine sind Folge von Krampfadern

Die Ursachen für dicke Beine sind vielfältig. Selbstverständlich können dicke Beine durch Venenerkrankungen bedingt sein. Es kommen auch Erkrankungen des Herzens und des lymphatischen Systems in Frage, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll. Noch viel häufiger sind dicke Beine Folge einer falschen Ernährung gepaart mit Bewegungsmangel, die eine generelle Fettleibigkeit nach sich ziehen.
Unter den venös bedingten Schwellungen des Beines sind die häufigsten die durch Krampfadern und nach Thrombose.

Foto: kosmetische Folgen von Krampfadern

Irrtum 4:

Krampfadern sind ein kosmetisches Problem, keine Erkrankung.

35-40% der Bevölkerung in Deutschland haben leichte Krampfadern,
10-15% ausgeprägte,
3-5% eine chronisch venöse Insuffizienz, das heißt Umfangsvermehrung mit Schädigung der Haut,
3-4% offene Beine.

Häufigkeit der Beschwerden durch Krampfadern:

Schmerzen 71%,
Schwellung 60%,
Beinschwere 47%,
gehäufte Wadenkrämpfe 39%,
Hautveränderungen mit Juckreiz 30%,
kosmetische Störungen 25%,
schmerzhafte Unterschenkelgeschwüre 4%

Ursachen von Krampfadern:

erbliche Veranlagung
Übergewicht
mangelnd Bewegung
Schwangerschaft
weibliche Sexualhormone (Pille)
tiefe Beinvenenthrombose

Die chronisch venöse Insuffizienz (Venenschwäche) wird in 3 Stadien eingeteilt:

Stadium I: mehr als 2 schlußunfähige Perforanten
Stadium II: chronische Stauung und Degeneration der Haut
Stadium III: abgeheiltes oder bestehendes Geschwür

Foto: Untersuchung des Beines

Irrtum 5:

Krampfaderleiden erkennt man auf einen Blick

Zu einer sicheren Diagnose gelangt man in verschiedenen Stufen:
die Erhebung der Krankengeschichte,
die körperliche Untersuchung
und apparative Untersuchungen mit Ultraschall, Doppler und Phlebografie, d. h. Röntgenuntersuchung der Venen mit Kontrastmittel.

So ist eine genau auf den Patienten zugeschnittene Varizenoperation mit gutem kosmetischem Resultat möglich.

Die farbkodierte Duplex-Sonographie (Ultraschall) ist heute die Methode der ersten Wahl zur Prüfung der Durchgängigkeit und Klappenfunktion des tiefen Venensystems, zum Nachweis und zur Markierung erweiterter Perforansvenen und zur Darstellung der anatomischen Verhältnisse im Bereich der Kniekehle. Das zu untersuchende Bein wird leicht gebeugt und zuerst in der Kniekehle abgetastet. In dieser Stellung wird dann die Doppleruntersuchung vorgenommen. Zur Prüfung der Durchgängigkeit der Beckenvene wird die Ultraschallsonde in der Leiste angelegt. Der Patient atmet tief. Bei durchgängiger Vene hört man ein Geräusch in tiefer Tonlage, das atmungsabhängig ist.

Die Phlebographie wird eingesetzt, wenn die Befunde in der Duplex-Sonographie unklar sind.

Foto: Kompressionsbehandlung von Krampfadern

Irrtum 6:

Krampfadern, die keine Beschwerden machen, muß man auch nicht behandeln.

Oberstes Ziel der Behandlung ist, das Fortschreiten des Krampfaderleidens bis hin zum offenen Bein zu verhüten.

Die Behandlungsmethoden umfassen

Operation
Verödung
Kompression
Medikamente

Eine medikamentöse Therapie mit Venenmitteln zur Vermeidung von Wasseransammlungen im Gewebe und zur Erhöhung der Spannung der Venenwand ist umstritten. Sie kann allerdings als zusätzliche Behandlung ihre Berechtigung haben. Entwässernde Medikamente sind nur kurzfristig im Rahmen einer Entstauungsbehandlung einzusetzen.

Die Kompressionsbehandlung mit Stützstrümpfen ist eine sehr wirkungsvolle, für den Betroffenen aber oft recht lästige Methode.

Für die Verödung eignen sich nur frühe Stadien der Krampfaderbildung.

Wer kann operiert werden?
Varizenträger ohne Beschwerden können aus kosmetischen Gründen oder vorbeugend operiert werden.

Wer sollte operiert werden?
Varizenträger mit Beschwerden bei Stammvarikosis, Seitastvarikosis, erweiterten Perforantes

Wer muß operiert werden?
Varizenträgern mit Beschwerden und Komplikationen bei Blutungen, immer wiederkehrenden oberflächlichen Venenentzündungen, Ekzemen, Stauungen, Verhärtungen, offenen Beinen muß man dringend zur Operation raten.

Wann sollte nicht operiert werden?
Wegen des erhöhten Komplikationsrisikos bei schweren Allgemeinerkrankungen, Bettlägerigkeit, Schwangerschaft, in Kombination mit anderen Operationen und bei Fettsucht.

Wann darf nicht operiert werden?
Bei arterieller Verschlußkrankheit, nach tiefer Beinvenenthrombose und bei Lymphödem

Operation stationär oder ambulant?
Grundsätzlich eignen sich Operation oder Verödung von Krampfadern für die ambulante Durchführung. Das Alter des Patienten ist auch kein Hindernis, nur die mangelnde Mobilität. So können die Krampfadern eines mobilen 80 jährigen ambulant operiert werden, während die eines 40 jährigen mit Hüftgelenksarthrose, der kaum gehen kann, nicht ambulant operiert werden sollten. Natürlich ist es erforderlich, daß der Patient für den Fall von postoperativen Komplikationen über entsprechende Kommunikationsmöglichkeiten, d.h. mindestens ein Telefon verfügt. Außerdem muß die sachgerechte Versorgung im Haushalt des Patienten gewährleistet sein.

Eine stationäre Versorgung sollte bevorzugt werden, wenn bei ausgedehnten Befunden mit größeren Blutverlusten zu rechnen ist, wenn bei ausgeprägter Fettleibigkeit des Patienten mit Wundheilungsstörungen zu rechnen ist, wenn nach bereits erfolgter Operation erneut in der Leiste operiert werden muß oder wenn bereits Geschwüre vorliegen.


Wie wird operiert? Grundsätzlich gilt: Defekte Klappen, Perforantes und erweiterte Venen werden entfernt. Gesunde Venenabschnitte werden belassen.

Die folgenden Operationsverfahren können miteinander kombiniert oder alternativ eingesetzt werden:
Bei der Krossektomie werden die Seitäste des Venensternes und die an ihrer Einmündung in die tiefe Oberschenkelvene erweiterte Vena saphena magna unterbunden und durchtrennt. Dann kann - falls erforderlich - die Stripping-Operation nach Babcock angeschlossen werden.

Beim Stripping wird eine Sonde durch die gesamte Vena saphena magna vom Knöchel bis zur Leiste geleitet. Mit dieser Sonde wird dann die ganze Stammvene aus dem Unterhautgewebe herausgezogen. Diese Operation kann - falls erforderlich - durch die Seitastexhairese ergänzt werden.

Die Seitastexhairese kann mit der Hakentechnik ausgeführt werden. Dabei werden die Venenäste über kleine Hautschnitte aufgesucht, vor das Hautniveau gezogen, unterbunden und durchtrennt.

Ziel der Perforansligatur ist neben der Ausschaltung der erweiterten Verbindungsvenen die Schonung der geschädigten Haut um langwierige Heilungsverläufe zu vermeiden.
1. selektive Unterbindung
Bei gesunder Haut und begrenztem Perforansbefall derzeit das komplikationsärmste Verfahren.
2. nichtselektive Unterbindung
Die radikale Freilegung aller Perforantes des Unterschenkels ohne Rücksicht auf ihre krankheitsverursachende Bedeutung und die Hautsituation wird heute nicht mehr empfohlen.
3. endoskopische Dissektion
Die endoskopische Operation wird in Blutleere unter direkter Sicht oder videoassistiert durchgeführt. Der Vorteil der Methode besteht darin, daß der Hautschnitt fernab von den entzündlichen Hautveränderungen erfolgen kann. Bei extremen, manschettenförmigen Geschwüre ist die Methode allerdings nicht geeignet. Dann ist eine Entfernung der Muskelfaszie und plastische Deckung des Geschwürs erforderlich.

CHIVA-Methode (la cure hémodynamique de l'insuffisance veineuse en ambulatoire) ist eine ambulante, venenerhaltende, Blutfluß korrigierende Behandlungsform. Sie geht davon aus, daß die Krampfadern sich zurückbilden, wenn der falsche Blutfluss ausgeschaltet wird.
In komplexeren Situationen sind mehrere Operationen notwendig, um die zum Teil ineinander greifenden Kreisläufe zu unterbrechen.

Bei allen Methoden sind begleitende Maßnahmen erforderlich, damit ein optimales Ergebnis erzielt wird:
Thromboseverhütung durch Heparinspritzen unter die Bauchhaut.
Frühmobilisation bereits am Abend des Operationstages ("einmal um das Bett gehen").
Eine konsequente Nachbehandlung mit Kompressionstherapie bis zur vollständigen Rückbildung der Hämatome und Verhärtungen, in der Regel für 12 Wochen. In fortgeschrittenen Fällen apparative intermittierende Kompression oder manuelle Lymphdrainage bei schwerer Beeinträchtigung der Haut (physikalische Entstauungstherapie).
1. Tag nach der Operation:
Entfernung des Verbandes und Anlegen des Kompressionsstrumpfes.
12. Tag nach der Operation:
Entfernung der Wundfäden.

Foto: Injektion eines Verödungsmedikamentes

Irrtum 7:

Veröden ist besser als operieren.

Dies gilt nur bei kosmetisch störenden Varizenformen. Der Dauerverschluß einer kräftigen Varizenvene ist durch eine Sklerosierung nicht zu erzielen.
Veröden bedeutet: Injektion eines Verödungsmedikamentes direkt in das Gefäß oder Argon- bzw. Lasertherapie. Die beiden letztgenannten Verfahren benützen die Hitzekoagulation als therapeutisches Prinzip. Vorteil der Lasertechnik ist, daß sie Hautkontakt vermeidet und einen geringeren Hautschaden setzt als die Elektrokoagulation.

Irrtum 8:

Die Operation von Krampfadern lohnt sich nicht, die kommen ja doch wieder.

Nach der Operation sind etwa 95 % der Patienten in den ersten 5 Jahren beschwerdefrei
10 % der Patienten haben nach 10 Jahren erneut Krampfadern.
Nach der Verödung haben etwa 10 % der Patienten nach 5 Jahren
und etwa 20 % der Patienten nach 10 Jahren erneut Krampfadern.

Unabhängig von einer bereits korrekt vorgenommenen operativen Therapie auftretende Krampfaderbildungen sind nicht als Operationsfehler anzusehen. Sie sind Ausdruck des fortschreitenden, meist erblich mitbedingten Venenleidens. Daher ist nach Operation der Krampfadern eine regelmäßige Nachuntersuchung zu empfehlen.
Krampfadern, die in einem zuvor behandelten Gebiet auftreten, können operationstechnisch bedingt sein: Durch einen Saphenastumpf nach unvollständiger oder unterlassener Operation der Krosse. Eine belassene V.saphena kann Folge einer anatomischen Variante (z.B. Doppelung oder Mehrfachteilung) sein.
Auch wenn die Erstoperation nicht zu dauerhaftem Erfolg geführt hat, kann dieser evtl. durch eine weitere Operation noch erreicht werden. Die Korrektur erfolgt dann durch einen Zugang außerhalb des Narbengebietes. Es handelt sich dabei um einen anspruchsvollen Eingriff, der entsprechende Erfahrung voraussetzt. Angesichts des erhöhten Operationsrisikos bei Zweiteingriffen ist die Indikation streng zu stellen und alternative Behandlungsmethoden (Verödung) sollten in Betracht gezogen werden.

Komplikationen der Operation insgesamt unter 2%:
Intraoperativ (Frühkomplikationen):
Blutung ,
Gefäßverletzung (A.u.V. femoralis und poplitea) 0,05%,
Nervenläsion (N.peroneus, tibialis, saphenus und suralis),
Traumatisierung der Lymphwege.
Postoperativ (Spätkomplikationen):
tiefe Venenthrombose in 0,1%;
Lungenembolie in 0,02%;
Nachblutung,
Lymphgefäßverletzung,
Wundheilungsstörung,
Schädigung durch strangulierende Verbände,
Venenentzündung,
krankhafte Narbenbildung,
Pigmentierungsstörungen

Komplikationen der Verödung
Intraoperativ (Frühkomplikationen):
Kollaps,
Injektion ins Gewebe,
Injektion in Schlagadern,
allergische Reaktion: Nesselsucht/anaphylaktischer Schock
Postoperativ (Spätkomplikationen):
Bluterguß,
Allergie,
Entzündung in der Umgebung der Vene,
Thrombose,
Pigmentierungsstörungen

Zeichnung: Einfluss von Druck auf die Haut auf die Vene

Irrtum 9:

Nach einer Krampfaderoperation muß man lebenslang Stützstrümpfe tragen

Die Kompressionsbehandlung beruht auf der Ausübung eines Druckes durch elastische oder starre Gewebe auf die Hautoberfläche. Dieser Druck soll den krankhaften Druck in den Venen und Lymphgefäßen ausgleichen und damit den Teufelskreis der Komplikationen unterbrechen. Die Kompressionsbehandlung wurde schon in der Antike von HIPPOCRATES beschrieben, aber erst in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts wurden ihre Wirkungsmechanismen erforscht.
Nach unkomplizierter Operation oder Verödung von Krampfadern ist das Tragen von Stützstrümpfen für maximal 12 Wochen zu empfehlen.

Vor einer Behandlung mit Stützstrümpfen müssen arterielle Durchblutungsstörungen ausgeschlossen sein, um eine Minderdurchblutung mit Gewebstod zu vermeiden. Wenn beide Fußpulse tastbar sind, kann jeder Stützstrumpf angelegt werden.
Die Messung der peripheren Drücke mit dem Doppler ist nur nötig, wenn ein oder mehrere Pulse nicht tastbar sind. Die Messung findet am horizontal gelagerten Patienten statt und wird mit den Drücken der Oberarme verglichen.

Man unterscheidet vier Kompressionsklassen nach dem Druck, den die Stützstrümpfe ausüben. Sie werden bei verschiedenen Beschwerden und Erkrankungen eingesetzt.
Kompressionsklasse 1 ist bei schweren Beinen, Besenreisern und Ödemen angezeigt. Sie kann auch vorbeugend bei Stehberufen angeraten werden.
Kompressionsklasse 2 eignet sich für sichtbar entwickelte Krampfadern, die entweder nur ein Ödem verursachen oder schon mit Komplikationen der chronischen Venenerweiterung (CVI) belastet sind.
Kompressionsklasse 3 hat ihr Einsatzgebiet in der Verhütung von neuen Geschwüren und der Behandlung des postthrombotischen Syndroms. Auch rückbildungsfähige Lymphödeme können damit behandelt werden.
Kompressionsklasse 4 wird angewendet bei behandelten Verhärtungen von venösen und lymphatischen Ödemen. Strümpfe dieser Klasse sind nicht leicht anzuziehen. Chronische, verhärtete Hautveränderung bilden sich nur unter starkem Druck langsam zurück. Ein schwer heilendes Geschwür, oft gamaschenartig angelegt, wird so vermieden.

Foto: offenes Bein

Irrtum 10:

Bei offenen Beinen ist der Fall hoffnungslos

Die Behandlung venöser Unterschenkelgeschwüre folgt einem Stufenplan:

1. Kompressions-, Lagerungsbehandlung und Ausschaltung der Krampfadern führt in 50% der Fälle zur Abheilung, 20% der Geschwüre bleiben gleich, 30% werden trotzdem schlechter
2. Infektsanierung, Faszienchirurgie und plastische Deckung bringen 50% der nach Stufe 1 verbliebenen Geschwüre zur Abheilung.

D. h. insgesamt 25% aller Geschwüre bleiben behandlungsbedürftig.

Die Infektsanierung erfolgt durch Lokalbehandlung mit Abtragen des abgestorbenen Gewebes und Vakuumversiegelung mit einem Pumpsystem.
Die Fasziotomie, d.h. Eröffnen der bindegewebigen Muskelhüllen bewirkt eine beschleunigte Abheilung durch verbesserte Mikrodurchblutung und kann mit einem großen Hautschnitt, also konventionell, oder mit der Videokamera, also endoskopisch erfolgen.
Zur plastischen Deckung wird dann Haut vom Oberschenkel entnommen und auf den sauberen Wundgrund des Geschwürs transplantiert.

Das Wiederkehren von Geschwüren kann durch einen Kompressionsstrumpf der Klasse 3 verhindert werden. Der medizinische Kompressionsstrumpf wird morgens im Bett angezogen und abends wieder im Bett ausgezogen.

Wenn Ihnen das alles nicht gefällt ...

Methoden zur Verhütung von Stauung in den Beinen:

1. Bewegen der Wadenmuskulatur: Gehen, Fußwippen, Schwimmen, Radfahren
2. Hochlagern der Beine: bei Tag auf einen Stuhl, bei Nacht Fußende des Bettes erhöhen
3. Tragen von Kompressionsstrümpfen

Methoden zur Verhütung von Venenleiden:

1. Sitzen und stehen ist schlecht, lieber liegen und laufen:
bei der Arbeit oder bei langen Reisen in Auto oder Flugzeug öfter den Platz verlassen und ein paar Schritte gehen
2. Übermäßige Wärme vermeiden:
lieber 1-2 mal täglich kalte Beingüsse, am Fuß beginnend, 15 Sekunden pro Bein
3. Übergewicht vermeiden

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Fotos
Illustation: intakte Venen

Venenklappen ermöglichen den Transport des Blutes entgegen der Schwerkraft. Sie bewirken, daß das Blut, das durch die Anspannung der Muskulatur beim Laufen in der Vene weitergepumpt wird, beim Nachlassen der Anspannung nicht wieder - der Schwerkraft folgend - nach unten Richtung Fuß fließt.

Illustration: undichte Venenklappen

Undichte Venenklappen bewirken Turbulenzen und Strömungsumkehr des Blutflusses. Eine Erweiterung des Venenabschnittes, die Krampfader, entsteht. Blut fließt von oberflächlichen in tiefe Venen, die Perforantes erweitern sich. Das Blut fließt dann auch von tiefen in oberflächliche Venen, durch die erhöhte Volumenbelastung nimmt die Krampfaderbildung zu.

Foto: Arzt untersucht Patientin

Die Dopplersonografie ist eine schmerzlose, unschädliche Methode, mit der der Durchfluß von Blut durch erweiterte Venen hörbar gemacht und gemessen werden kann.

Turbulenzen, die durch den Rückfluß von Blut durch verschlußunfähige Klappen entstehen, können akustisch nachgewiesen werden. So läßt sich vor der Operation planen, an welchen Stellen die kleinen Hautschnitte gesetzt werden müssen.

Foto: Darstellung der Krampfadern durch Röntgen

Eine Darstellung der Krampfadern durch Röntgen mit Kontrastmittel ist erforderlich, wenn nach einer Krampfader-Operation erneut Krampfadern aufgetreten sind, oder wenn der Ultraschall-Befund kein eindeutiges Ergebnis zeigt.

Foto: Hippokrates

Daß Kompressionsverbände eine Linderung des Krampfaderleidens bewirken können, war schon Hippokrates bekannt. Wie und warum dies geschieht wurde allerdings erst im letzten Jahrhundert erforscht.

 
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