Speiseröhren-Refluxkrankheit
Die Speiseröhren-Refluxkrankheit wird lateinisch auch als Refluxösophagitis bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine Erkrankung die auftritt, wenn saurer Magensaft und evtl. auch Gallenflüssigkeit in die Speiseröhre (Ösophagus) zurückfließt und dort zu einer Entzündung der Speiseröhre führt.
Ursächlich sind dabei mehrere Faktoren:
- ungenügende Funktion des unteren Speiseröhrenschließmuskels
- gestörte muskuläre Kontraktionsfähigkeit der Speiseröhre
- verzögerte Magenentleerung
- das Vorhandensein eines Zwerchfellbruches
Begünstigt wird die Erkrankung durch weitere Faktoren der individuellen Lebensführung wie falsche Ernährung, d.h. zu viel, zu fettreich, zu spät abends, Alkohol- und Nikotinkonsum, Übergewicht.
Symptome
Man schätzt, daß ca. 40-50% der westlichen Bevölkerung gelegentlich an Symptomen der Refluxkrankheit leidet.
Typische Symptome sind: Schwallartiges Aufstoßen mit Rückfluß von sauren oder bitteren Speiseresten(oft beim Bücken)Sodbrennen
Schmerzen hinter dem Brustbein
Magenschmerzen Untypische Beschwerden sind: Schluckbeschwerden bei der Passage von Speisen durch die Speiseröhre
Schmerzen im Brustkorb
häufige Infektionen der Atemwege (bedingt durch Rückfluß von Speisen in die Luftröhre), z.B. bei Asthmatikern. Dabei ist die Erkrankung nicht harmlos, denn bei ca. 1 % der Erkrankten kommt es zu Komplikationen: schwere Entzündung der Speiseröhre mit Geschwürs-(Ulcus-) bildung
im Verlauf dann Schrumpfung und Verengung, evtl. auch Verkürzung der Speiseröhre
bösartige Umwandlung und Entstehung von Speiseröhrenkrebs (Ösophaguscarcinom)
Leider sind die Beschwerden oft nicht typisch für die Schwere der Erkrankung, d.h. im Einzelfall können trotz schwerer Refluxsymptome nur leichte bis keine Veränderungen an der Speiseröhre nachweisbar sein, und im anderen Fall sind bei leichten Beschwerden gravierende Entzündungen, oder auch Zellveränderungen (Dysplasien) in der Speiseröhre vorhanden.
Diagnostische Methoden
- Spiegelung der Speiseröhre und des Magens (Ösophago-Gastro-Duodenoskopie)
- Röntgenkontrastmitteluntersuchung der Speiseröhre
- Messung des Säurerückflusses in die Speiseröhre (Langzeit-ph-Metrie) *
- Druckmessung der Speiseröhre (Manometrie) *
* Hierbei wird jeweils eine Meßsonde schmerzfrei über die Nase eingeführt,
mit der oberhalb des Mageneingangs Druck- und Säuremessungen vorgenommen
werden. Diese werden in einem tragbaren Aufzeichnungsgerät gespeichert und
dann mit einem Computer ausgewertet. Beachtet werden muß dabei, daß
säurehemmende Medikamente 4-5 Tage vor der Untersuchung abgesetzt werden
müssen.
Diese Untersuchungen werden in der Gastroenterologischen Klinik unseres Hauses durchgeführt!






