Dickdarm-Operation

Wie wird operiert?

Krebserkrankungen des Dickdarmes werden grundsätzlich durch Bauchschnitt operiert, weil alle Lymphknoten in der Umgebung des Tumors entfernt und die Nachbarorgane, wie auch die Leber, auf Mitbefall überprüft werden müssen. Dabei ist das Tastgefühl für den Operateur eine große Hilfe. Die von den Patienten gefürchtete Anlage eines künstlichen Darmausganges kann heutzutage meistens vermieden werden. Auch wenn der Tumor nur noch einen geringen Abstand zum Schließmuskel des Afters hat, bemühen wir uns um eine den normalen Weg (Kontinenz) erhaltende Operation mit Wiederanschluß des Darmes bis direkt an den Schließmuskel. Am Darmende wird dazu eine J-förmige Tasche (Pouch) gebildet, um eine vernünftige Reservoirfunktion des Darmes zu gewährleisten.

Insbesondere bei Tumoren auf der rechten Hälfte des Dickdarmes steht die Anlage eines Kunstafters nicht zu befürchten. Der betroffene Darmabschnitt wird dann entfernt und die „Enden“ aneinander genäht oder geklammert. Bis zur Abheilung dieser Nähte muß der Darm „stillgelegt“ werden und die Ernährung erfolgt unter Umgehung des Verdauungstraktes über Infusionen auf dem Blutweg. Bei Tumoren auf der linken Hälfte des Dickdarmes kann die vorübergehende Anlage eines künstlichen Darmausganges erforderlich werden um eine Abheilung der Darmnähte zu gewährleisten. Dieser künstliche Darmausgang kann nach 6 – 12 Wochen in einer kleinen Operation wieder verschlossen werden.

Operationen des Dickdarmes dauern – je nach Lage des Tumors und Konstitution des Patienten – 1½ bis 2½ Stunden. Eine Vollnarkose ist erforderlich und wird durch eine rückenmarksnahe Betäubung (Periduralanästhesie), die auch nach der Operation zur Schmerzbehandlung genutzt wird, unterstützt. Nach der Operation wird jeder Patient für einige Tage auf der Wachstation betreut, bis die Körperfunktionen sich wieder normalisiert haben und die intensive Schmerztherapie langsam reduziert werden kann. Nach der Operation muß mit einem Krankenhausaufenthalt von 10 – 14 Tagen gerechnet werden, auf Wunsch kann daran eine Reha-Kur von 3 – 4 Wochen Dauer angeschlossen werden.

Operation – und dann?

Patienten, die einen künstlichen Darmausgang (Stoma) erhalten haben werden noch auf der Station von der Stomatherapeutin in der Versorgung angeleitet und auch nach der Entlassung von ihr zu Hause betreut. Außerdem steht eine Sozialberaterin zur Verfügung, die bei der Organisation der Anschlußheilbehandlung, der häuslichen Pflege oder durch Beratung in dieser schwierigen Lebenssituation behilflich ist.
An die Entlassung schließt sich eine ambulante Nachbeobachtung der Erkrankung über 5 Jahre an, in fortgeschrittenen Fällen kann auch eine Chemotherapie erforderlich werden, die noch während des stationären Aufenthaltes durch den Onkologen (Spezialist für Tumorerkrankungen) eingeleitet wird.

Werde ich wieder gesund?

Bei kleinem Tumor ohne Lymphknotenbefall kann mit einer Heilung in 85 –90 % der Fälle gerechnet werden. Bei größeren Tumoren mit Lymphknotenbefall können bis 60 % der Fälle geheilt werden, wenn zusätzlich eine Chemotherapie durchgeführt wird. Bei weit fortgeschrittenen Tumoren mit Metastasenbildung sinkt die Heilungschance unter 30 %. Durch Medikamente und/oder Bestrahlung läßt sich oft eine Verbesserung des Heilungsergebnisses erzielen. Außerdem kann durch die verschiedensten Behandlungsformen und Hilfsmittel in den meisten Fällen trotz der schwerwiegenden Erkrankung eine zufriedenstellende Lebensqualität erreicht werden. Entscheidend ist dabei, daß der betroffene Patient nach einer Phase der Angst und Trauer eine positive Einstellung zu seiner Erkrankung findet.

Kontakt + Auskunft

Unsere Telefonzentrale erreichen Sie unter
06196/656

Fotos
Foto: Dickdarmbereiche

Dickdarmbereiche:

A: Appendix (sog. Blinddarm)
B: aufsteigender Dickdarm
C: Querdarm
D: Dünndarm
E: absteigender Dickdarm
F: Schleifendarm (Sigma)
G: Enddarm (Rektum)

 
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