Dickdarm

Cartoon: Fast-track

Fast-Track-Chirurgie - Der schnelle Weg zur Genesung

Seit September 2004 wird in den Kliniken des Main-Taunus-Kreises ein neues Behandlungskonzept verfolgt, das in Deutschland maßgeblich von den Visceralchirurgen der Charité in Berlin entwickelt und propagiert wurde. Das Konzept (Fast-track heißt wörtlich - schnelle Schiene) umfaßt eine neuartige Vorbereitung des Patienten auf die Operation.
Zum Beispiel entfällt die präoperativ sehr belastende Darmreinigung und die früher notwendige vollständige Nüchternheit. Patienten dürfen bis 2 Stunden vor der Operation spezielle Proteindrinks zu sich nehmen. Besondere Maßnahmen während der Operation und eine veränderte Behandlung nach der Operation, die zu einer deutlich geringeren Beeinträchtigung der Stoffwechselvorgänge führen, bewirken daß der Patient weniger Schmerzen empfindet und viel früher als bisher sein Krankenbett verlassen und zu einer normalen Ernährung zurückkehren kann.
Dadurch wird auch die Entlassung aus dem Krankenhaus viel früher als bisher möglich. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Mitarbeit des Patienten, die durch eingehende Information und intensive, aktivierende Betreuung durch Ärzte und Pflegekräfte unterstützt wird.

Diese neue Konzept ist so erfolgreich, daß wir mittlerweile fast alle Patienten danach operieren.

Wenn Sie sich genauer über das Konzept der Fast-track-Chirurgie informieren möchten, hier unsere Patienteninformation als pdf-Datei(dazu benötigen Sie den Acrobat Reader)

Jedes Jahr führen wir über 600 Eingriffe am Dickdarm durch. Wir unterscheiden zwischen entzündlichen und tumorbedingten Operationen.

Entzündliche Dickdarmerkrankungen

Divertikelkrankheit

Divertikel sind kleine, gutartige Ausstülpungen der Darmwand, deren Ausbildung durch sitzende Lebensweise, ballaststoffarme Ernährung und die damit verbundene chronische Verstopfung begünstigt werden. Sie stellen keine Krankheit dar, können aber Blutungen, Entzündungen und narbige Einengungen des Dickdarmes nach sich ziehen, die operativ versorgt werden müssen.
Die Operation kann auf dem Wege der Bauchspiegelung oder durch Bauchschnitt erfolgen und dauert je nach Methode 1½ - 2½ Std. Nur in Fällen mit ausgedehnter Bauchfellentzündung und bei Notfall-Operationen muß vorübergehend ein künstlicher Darmausgang angelegt werden. Der Aufenthalt im Krankenhaus dauert in einfachen Fällen 7 Tage, kann bei Vorliegen von Komplikationen auch wesentlich länger dauern.

Mehr Informationen: Divertikulitis und laparoskopische Operation

Colitis

Unter Colitis versteht man akut oder chronisch verlaufende Entzündungen am Dickdarm, die viele verschiedene Ursachen haben können und in der Regel konservativ behandelt werden. Lediglich bei der "Colitis ulcerosa" kann die nahezu vollständige Entfernung des Dickdarmes erforderlich werden. Die Operation erfolgt durch Bauchschnitt, dauert 2 - 3 Std. und erfordert in der Regel die vorübergehende Anlage eines künstlichen Darmausganges. Der Krankenhausaufenthalt dauert 10 - 14 Tage.


Tumorerkrankungen des Dickdarmes

Gewebswucherungen bezeichnet man als „Tumore“, wobei eigentlich keine Aussage darüber getroffen ist, ob es sich um eine gutartige oder bösartige Erkrankung handelt. Im Volksmund werden die Begriffe „Tumor“ und „Krebs“ häufig gleichsinnig verwandt.

Gutartige Tumore

„Polypen“ sind gutartige Tumore, die Blutbeimengungen im Stuhl hervorrufen können und so bei der Stuhluntersuchung im Rahmen der Krebsvorsorge auffallen. Abgesehen davon machen Polypen lange keine Beschwerden, so daß sie lange unbemerkt wachsen und letztlich auch bösartige Zellen bilden können. Nur sehr große Polypen können zu einem Passagehindernis werden und einen „Darmverschluß“ hervorrufen. Daher werden Polypen vorsorglich auf dem Wege der Darmspiegelung („Koloskopie“) entfernt. Falls dies nicht möglich ist, muß der betroffene Darmabschnitt operativ entfernt werden. Die Operation erfolgt durch Bauchschnitt und dauert 1 – 2 Std. Der Krankenhausaufenthalt dauert in der Regel 10 – 12 Tage.

Diagnose "Dickdarmkrebs"

Bösartige Dickdarmtumore stellen in Industrieländern die zweithäufigste Krebstodesursache dar. Jedes Jahr treten bei je 100.000 Einwohnern 30 - 40 Neuerkrankungen auf. 90% der Erkrankten sind älter als 50 Jahre. Dennoch stellt die Diagnose "Dickdarmkrebs" kein Todesurteil dar, da die Erkrankung in frühen Stadien heilbar und durch konsequente Behandlung auch in späteren Stadien noch beherrschbar ist.

Wie konnte das passieren?

Man kennt zahlreiche Risikofaktoren für die Entstehung von Dickdarmtumoren, zum Beispiel fettreiche und ballaststoffarme Ernährung, entzündliche Darmerkrankungen und das Vorliegen von Dickdarmkrebs bei Blutsverwandten. Im Einzelfall wird sich jedoch nicht klären lassen, warum es zur Erkrankung kam.

Was bemerke ich selbst?

Erste Anzeichen einer Darmkrebserkrankung sind Wechsel von Durchfall und Verstopfung und Blutbeimengungen zum Stuhl - häufig im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung entdeckt. Später treten Schmerzen, tastbare Verhärtungen im Bauch oder gar ein Darmverschluß mit Stuhl- und Windverhalt und Erbrechen hinzu.

Was tut der Arzt vor der Operation?

Die Untersuchung des Stuhlganges auf verstecktes Blut ist ein Suchtest, der nur bei blutenden Tumoren Hinweise geben kann. (Hämocculttest)
Die Darmspiegelung ist unerläßlich, um eine Gewebeprobe zu entnehmen, aus der der Pathologe die Gut- oder Bösartigkeit der Geschwulst nachweisen kann. Außerdem kann nur so der genaue Abstand der Geschwulst zum Schließmuskel bestimmt werden. Dieser entscheidet darüber, ob vorübergehend ein künstlicher Darmausgang angelegt werden muß. Auch ein Röntgen-Kontrast-Einlauf kann erforderlich sein, um die Lage des Tumors im Darm zu bestimmen.
Die Computertomografie fertigt Röntgenschichtbilder des Körpers an und läßt Aussagen über die Beteiligung von Nachbarorganen zu. (Lymphknoten, Leber, Magen, Harnblase, ...)
Auch durch Ultraschall lassen sich Erkenntnisse über die Ausdehnung Tumors gewinnen.
EKG und Lungenfunktionstest dienen der Abschätzung des Narkoserisikos.

Mehr Informationen: Operation bei Dickdarmkrebs

Kontakt + Auskunft

Unsere Telefonzentrale erreichen Sie unter
06196/656

Fotos
Zeichnung: Dickdarmbereiche

Dickdarmbereiche:

A: Wurmfortsatz (sog. Blinddarm)
B: aufsteigender Dickdarm
C: Querdarm
D: Dünndarm
E: absteigender Dickdarm
F: Schleifendarm (Sigma)
G: Enddarm (Rektum)

 
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